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Blog 13: Wie die Natur unser Denken verändern kann

Blog  13: Wie die Natur unser Denken verändern kann
Veröffentlicht von Stefan Lemke am Do., 29. Apr. 2021 14:00 Uhr
Pilgerblog

Stefan Lemke ist Diakon und Fachberater für die Arbeit mit Senior*innen in der Evangelischen Kirche in Charlottenburg- Wilmersdorf. Seine Freizeit verbringt er gern mit und in der Natur. Einmal monatlich bietet er eine Pilgertour im Berliner Umland an. In seinem wöchentlichen Blog schreibt er über Gedanken auf dem Weg.


Liebe Leserin, lieber Leser,

auch wenn man vielleicht von einigen dafür belächelt wird die Universität Bern hat es erforscht, wissenschaftlich aufgearbeitet und erwiesen: Allein der Anblick von Natur steigert unsere Konzentrationsfähigkeit, setzt positive Gefühle frei und sorgt dafür, dass Stress abgebaut wird. Also nichts wie raus, um Bäume, Wiesen, Flüsse, Seen, Gebirge und Wälder zu betrachten.

Dass die Natur etwas mit uns macht bzw. etwas in uns verändert, haben sicher fast alle schon erlebt. Die Aktivität der sogenannten Alphawellen in unserem Gehirn nimmt zu, wenn wir die Natur betrachten. Sind diese Alphawellen aktiver, führt dies erwiesenermaßen zu einem Abbau von Stresshormonen, Ängsten und Depressionen.

Wie wunderbar ist es, wenn man im Hochsommer die heiße Stadt verlassen kann, um an einem See zu entspannen und in einen See zu springen. Wie erholsam kann es sein, mit dem Fahrrad an der Havel oder durch den Wald zu fahren, um sich anschließend mit einem kühlen Getränk und einem guten Essen zu belohnen. Unser Geist und unsere Seele erleben diese Auszeit in der Natur als sehr wohltuend. Menschen aller Kulturen erleben das so, egal in welchem Land und auf welchem Kontinent.

Die Evolutionswissenschaft führt diese positiven Symptome der Natur auf unsere stammesgeschichtlichen Wurzeln zurück. Die Liebe zur Natur ist jedem Menschen seit seiner Geburt gegeben. Unser Lebensrhythmus ist eng mit dem Rhythmus der Natur und ganz besonders der Jahreszeiten verbunden, auch wenndie industrielle Revolution ihn stark verändert hat.

Wir haben das Glück der vier Jahreszeiten. Ich persönlich kann mich gar nicht richtig entscheiden, welche Jahreszeit meine liebste ist. Der Frühling, der alles so wunderbar verändert und zu neuem Leben erweckt? Der Sommer mit seinen langen, milden Abenden, der Herbst mit seiner bunten Farbpracht und dem Duft des Laubes? Oder der Winter mit seinen gemütlichen Abenden?

Welche Jahreszeit mögen Sie am liebsten und warum?

Zu welcher Jahreszeit verbringen Sie besonders gern die Zeit draußen?  

Letztlich ist es egal, welche wissenschaftliche Erklärung uns für den Zusammenhang zwischen Natur und Wohlbefinden geliefert wird. Jeder sollte für sich selbst herausfinden, was ihm diesbezüglich gut tut und wie ihm die Natur dabei helfen kann, näher bei sich selbst zu sein oder zu sich selbst zu finden.

Die Natur in ihrem unendlichen Abwechslungsreichtum hilft uns, unseren Geist und unsere Seele zu befreien. Nicht umsonst haben Mönche und Mystiker in Bergen, Wäldern, Höhlen und Wüsten gelebt, gelehrt und meditiert. Buddha hat seine Schüler unter den Bäumen in Indiens Wäldern meditieren lassen. Und in Thailand sind die beiden Worte „Natur“ und „Wahrheit“ sicher nicht ohne Grund Synonyme. Das erkannte wohl auch der Maler Albrecht Dürer, als er sagte:

„Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen“.

Ich finde diesen Satz toll! Vielleicht regt die Aussage ja auch etwas bei Ihnen an. Bei einem Spaziergang oder einer Wanderung kann man in Ruhe darüber nachdenken. Wie wäre es mit einem Spaziergang auf der TV-Asahi-Kirschblütenallee an der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg? Mit der S-Bahn geht es schnell bis nach „Lichterfelde Süd“. Besonders jetzt zur Blütezeit ist die Allee eine wahre Pracht.

Schöne Grüße sendet

Stefan Lemke