Veröffentlicht am Sa., 16. Nov. 2019 00:00 Uhr

Susanne Keshishian (52) unterrichtet Mathematik, Natur- und Gesellschaftswissenschaften an der Evangelischen Grundschule Wilmersdorf. Als Beratungslehrerin hilft sie unter anderem Kindern mit Lernschwierigkeiten.

Woran erinnern sie sich, wenn Sie an Ihre eigene Schulzeit denken?
SK: Ich bin immer sehr gern zur Schule gegangen, was auch an meinen Mitschülern lag. Aber vor allem habe ich sehr gern gelernt. Das ist heute noch so. Ich hatte wirklich viele tolle Lehrer, aber auch einige, mit denen ich überhaupt nicht klarkam.

Wenn ein Kind zu Ihnen kommt und sagt: „Ich kann das nicht“ – was tun Sie?
Zuerst schauen wir, wo das Problem liegt. Oft haben die Kinder nur einen Knoten im Kopf. Dann sage ich Ihnen, dass es auch mir manchmal so geht! Wenn es anhaltende Schwierigkeiten gibt, unterstützen wir das Kind in einer unserer Fördergruppen, fördern es einzeln oder setzen es auch mal mit einem anderen Schüler zusammen, der helfen kann.

Was macht einen guten Lehrer aus?
Eine gute Beziehung zum Kind. Das ist auch unser Credo hier. Nur so haben die Kinder den Kopf frei zum Lernen.

Haben Sie immer an christlichen Schulen gearbeitet?
Nein. An die evangelische Grundschule bin ich vor zwölf Jahren gekommen, weil ich es spannend fand, sie im Aufbau mitzugestalten. Eine Schule verändert sich schließlich ständig und lebt davon. Momentan prüfen wir zum Beispiel unser jahrgangsübergreifendes Lernen und schauen: Ist das noch zeitgemäß für Schülerinnen und Schüler?

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit hier auf dem Campus?
Die Kinder geben einem viel zurück: Sie freuen sich, wenn ich da bin, oder schreiben mir Briefe. Da geht man schon gestärkt nach Hause. Vom Campus kriege ich gar nicht so viel mit, muss ich sagen. Dass wir den Kirchsaal nutzen können oder Sommerfest feiern, ist toll. Aber ich wünsche mir noch mehr.

Wie könnte dieses „Mehr“ aussehen?
Mir würde ein Mitarbeiterfest gefallen, um tatsächlich einmal alle zu treffen, die hier auf dem Campus arbeiten.

Wo trifft man Sie, wenn nicht auf dem Campus?
Auf Wald- und Parkpfaden beim Joggen, beim Radfahren oder auch zuhause auf meiner Terrasse beim Stricken. Dieses alte Hobby habe ich wiederentdeckt, als ich im vergangenen Jahr ein Enkelkind bekommen habe.           

Interview: JK

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