Veröffentlicht am Fr., 6. Mai. 2016 10:00 Uhr

Mehr als 5000 Flüchtlinge leben in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Hälfte von ihnen ist jünger als 27. Viele junge Berliner sprechen nicht nur ihre Herkunftssprache: Manche haben selbst Erfahrungen mit Flucht und mit Diskriminierung gemacht. Sie kennen die deutsche Gesellschaft mit ihren Erwartungen und Tabus, aber auch die Gesellschaften, aus denen die Geflüchteten stammen. Wichtiges Know-how, das nicht nur Berlin in Zukunft dringend brauchen wird, damit Integration gelingt.


Mitbestimmen, mitreden: Jugendliche als Brückenbauer
Diese Jugendlichen zusammenzubringen und sie als Brückenbauer für Demokratie, politische Mitbestimmung und gegen Rassismus zu fördern, ist Ziel eines neuen Modellprojekts im Charlottenburger Norden. Unter dem Titel „Und was geht mich das an?“ startete es bereits Anfang April. Träger sind der Evangelische Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf, das Ökumenische Gedenkzentrum Plötzensee (ÖGZ) und das Erzbistum Berlin. Projektleiterin Marion Wettach und die Träger stellen das Projekt am Mittwoch, 11. Mai, 19 Uhr im ÖGZ vor. Gäste sind herzlich willkommen.


Auch Schulen und Jugendeinrichtungen können das Know-how nutzen
„Meine, Deine, unsere Wünsche für „Morgen“ - Utopien?“ ist das erste der insgesamt drei Teilprojekte. Berliner Jugendliche und junge Geflüchtete kommen regelmäßig zusammen, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Das ermöglicht ihnen, trotz unterschiedlicher sozialer Hintergründe gemeinsame Interessen und Wünsche für die Zukunft zu finden. Und zu erproben, wie sie sich in zivilgesellschaftliches Engagement umsetzen lassen: Als Peer-Beraterinnen und -Berater ausgebildet, sollen sie auch andere Jugendliche für Themen wie Flüchtlinge und Fluchtursachen sensibilisieren und sie motivieren, sich für soziales Miteinander, Zivilcourage und Demokratie einzusetzen. Jugendgruppen, Schulen und Jugendeinrichtungen können die Peers für Gespräche oder Projekte anfragen. Mit Blick auf die Arbeit des Ökumenischen Gedenkzentrums wird auch eine neue Erinnerungskultur für junge Menschen in der heutigen multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft eine Rolle im Projekt spielen.


„Und was geht mich das an?“ wurde vom Ökumenischen Gedenkzentrum Plötzensee initiiert. Evangelische und katholische Christinnen und Christen engagieren sich dort dafür, Erinnerungsarbeit interkulturell und interreligiös weiterzuentwickeln, um eine gerechte, friedliche Gesellschaft zu gestalten. Die F.C. Flick-Stiftung, der Jugend-Demokratiefonds und die Partnerschaft für Demokratie fördern das Projekt.

J. Kaelberlah/Marion Wettach, Foto: J.Kaelberlah

Kategorien Jugend: Workshops & Aktionen